Die Einladung von Norman Finkelstein durch das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung Halle bleibt eine absurde Entscheidung. Umso mehr freut es die DIG, dass die Einladung auf vielfältigen Protest traf. Besonders irritierend ist zudem der intransparente Umgang des Max-Planck-Instituts (MPI) mit der Einladung Finkelsteins:

Das MPI Halle kann weiterhin nicht überzeugend darlegen, was ausgerechnet Norman Finkelstein dazu qualifiziert zum Thema „Rechtfertigung des Einsatzes von staatlicher Gewalt“ zu sprechen. 

Norman Finkelstein brüstete sich in der Vergangenheit mehrfach damit, in keinem einzigen wissenschaftlichen Journal veröffentlicht worden zu sein. Und in der Folge beinhaltet schon der Ankündigungstext des Seminars „Gaza: an inquest into its martyrdom“ sachliche Fehler, wie die wiederkehrende Behauptung, Gaza sei dichter besiedelt als Tokio. 

Weiterhin wird dort die tragende Rolle der Hamas in den vergangenen Konflikten relativiert und der anhaltende Beschuss Israels durch Raketen aus Gaza genauso wie die Existenz von Tunneln, die die israelische Zivilbevölkerung bedrohen sollten, geleugnet. 

Es ist vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar, wie durch Finkelstein, wie vom MPI behauptet, ein sinnvoller Beitrag zur rechtswissenschaftlichen Forschung geleistet werden soll. 

Die Wissenschaftsfreiheit ist nicht verhandelbar – in Zeiten von Fake-News und alternativen Fakten ist die Einladung von Finkelstein durch ein renommiertes Institut das sich der Grundlagenforschung verschrieben hat, jedoch besonders schmerzlich. Wir fordern das Max-Planck-Institut daher dazu auf, seine Einladungspraxis künftig zu überdenken und sich deutlicher als bisher von den Gedanken und Äußerungen Norman Finkelsteins zu distanzieren.

 

Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V.

Berlin, den 2. Februar 2017

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